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Aus dem Tagebuch einer Schamanin

Photo by Luna Nathalie Schön

von Autor

28.10.2021 Tatsächlich ist heute ein Tag, an dem ich nicht wie die letzten eineinhalb Wochen hochmotiviert in die Küche stiefele, um zu schreiben und mir Frühstück zu machen. Stattdessen zieht es meinen Körper zurück ins Bett und die Welt kann mich mal. Was daran ein gutes Zeichen sein soll, wie mir eine Freundin sagte, weiß ich beim besten Willen nicht.

28.10.2021

Tatsächlich ist heute ein Tag, an dem ich nicht wie die letzten eineinhalb Wochen hochmotiviert in die Küche stiefele, um zu schreiben und mir Frühstück zu machen. Stattdessen zieht es meinen Körper zurück ins Bett und die Welt kann mich mal. Was daran ein gutes Zeichen sein soll, wie mir eine Freundin sagte, weiß ich beim besten Willen nicht.

Aber wie Du siehst, bin ich doch in die Küche gegangen, sonst könntest du diese Zeilen nicht lesen. Erst genoss ich mein  Frühstück und begann dann direkt zu schreiben. Zwar mit eher lauer Motivation, denn meinen Körper zieht es nach wie vor ins Bett. Doch dafür will etwas in mir  raus. 45 Minuten zuvor hatte ich noch keine Ahnung, was ich schreiben soll. Also ehrlich gesagt, gibt es da eine Menge liegengebliebener Texte auf meinem Rechner, die geschrieben werden wollen. Beispielsweise die aus meiner Ausbildung, doch heute sind diese Zeilen dran, die du gerade liest. 

Ich bin ehrlich. Den obersten Absatz hier, den habe ich besagter Freundin per WhatsApp geschrieben. Sie prophezeit mir, dass ich mich dennoch zum Schreiben an den Küchentisch setzen werde. Einfach weil ich mich selbst ernst nehme. Sie meinte auch, dass das hier ein perfektes Thema zum Schreiben ist, weil es allen Menschen so geht. Doch im Außen macht es manchmal den Anschein, dass mir (und auch ihr) immer alles leicht fällt. Vor allem das Schreiben. Mit dem Gerücht will ich an dieser Stelle mal aufräumen.

Nö, mir fällt nicht alles leicht. Eher im Gegenteil. Das Erarbeiten von Struktur und Routinen war für mich ehrlich gesagt ein ziemlich krasser Kampf und oft genug echter Krampf. So wichtig Struktur und Routinen als Ausdruck der männlichen Kraft sind und uns in gesunder Form Sicherheit, Stabilität und Schutz bieten, haben sie mehr als drei Jahrzehnte lang nichts anderes getan als mich einzuengen und mir Angst zu machen. Alles was ich in der Basis an Struktur erlernte, war eng verknüpft mit Strenge und Leistung und nur durch Leistung bekam ich von meiner Mutter Anerkennung in Form von Liebe. Eine hocheffiziente und gut funktionierende Leistungsmaschine war ich. Die es immer schaffte, innerhalb kürzester Zeit mehrere Bälle gleichzeitig zu jonglieren und die Dinge zum Abgabetermin, oder manchmal  erst darüber hinaus, abzugeben. Abliefern konnte ich,  wenn auch  nur unter großem Druck von Außen, und intrinsische Motivation gab es für mich nicht. Naja, besser gesagt hatte ich als Kind nie  den nötigen Raum, diese zu spüren und ihr nachzugehen. Zumindest stand dieser in keinem Verhältnis zu dem Raum, in dem ich Leistung erbrachte, um ein Lob oder einen lieben Blick mit stolzem Ausdruck in ihren Augen zu bekommen. 

Meine erste bewusste Entscheidung, etwas aus mir selbst heraus zum Ende zu bringen, war Ende Januar 2016. Am 07. März war die Abgabefrist für meine Diplomarbeit. Das Thema war von mir selbst gewählt und von seinem Inhalt her die Essenz meiner Arbeit der vorherigen zwei Jahre in meinem ersten Job innerhalb der psychosozialen Szene. Im August 2015 nahm mein Leben eine für mich völlig unerwartete Wende, bei der von einem auf dem anderen Tag nichts mehr war wie zuvor. Zugegeben, heute, mehr als sechs Jahre später, erkenne ich, dass das so unerwartet nicht kam. Doch für die Jessica von damals war es ein Schock. Nun wurde auch im Außen sichtbar, dass meine Ehe längst kaputt war. Plötzlich stand ich allein da. Mit zwei kleinen Kindern, einem großen Haus, einer Arbeitsstelle, dessen Vertrag zum Ende des Jahres 2015 ausläuft und mitten im Studium. Ich bin ehrlich, allein mit zwei kleinen Kindern war ich nicht erst ab diesem Zeitpunkt, sondern bereits zuvor. Das fiel mir gerade beim Schreiben der Worte nochmal auf. Nur kam da die berühmt berüchtigte Realitätsklatsche und machte sichtbar, was die ganze Zeit bereits da war. Mitte Januar 2016 zog ich mit den Kids in eine Wohnung. Freiwillig und ganz bewusst. Innerhalb von 14 Tagen hatte ich die komplette Wohnung ein- und hergerichtet sowie jeden einzelnen der etwa 70 Umzugskartons ausgeräumt und entsorgt. Ich brauchte diese krasse Struktur, weil ich wusste, dass ich durchfalle, wenn ich am 07. März 2016 meine Diplomarbeit nicht abgegeben habe. Somit würde das ganze Prozedere von Themenfindung, Neuanmeldung und die Einarbeitung in ein komplett neues Thema von vorne losgehen. Am letzten Januarwochenende war es dann soweit. Die Wohnung war fertig, die Kinder übers Wochenende bei ihrem Vater und ich allein. Allein mit mir und der Diplomarbeit, die ich laut Plan am besagten Wochenende endlich anfangen sollte zu schreiben. Das wichtigste an einer Arbeit, das Inhaltsverzeichnis, stand Gott sei Dank bereits komplett. Mein einziger Job war “nur” noch, dieses  mit Leben in Form von Text zu füllen. Noch heute erinnere ich mich bildlich,  wie ich da in meinem Wohnzimmer im Sessel saß. Es war bereits dunkel an diesem Samstagabend und bereits  ein kompletter Tag war verstrichen, an dem ich genau nichts getan habe. Zumindest nichts in Form von Schreiben auch nur eines einzigen Wortes. Ich war blockiert, konnte nicht schreiben und all mein Wissen zum Thema war wie weggefegt. So fühlte ich mich leer, müde, müde und nochmals müde. Dazu dieser Druck, dass ich nur noch ein Monat bis zur Abgabe blieb. Da der Februar obendrein auch noch der kürzeste Monat im gesamten Jahr ist, hatte dieser Monat auch noch weniger Tage und somit weniger Zeit all das zu schaffen.

So saß ich da, versunken in meinem Sessel, der Verzweiflung nahe und spielte vor meinem inneren Auge die beiden Optionen durch. Ging vollkommen rein in das Bild von, “ich lasse mich durch diese Diplomarbeit fallen und gehe in den Zweitversuch”. Hinein in genau diese mögliche Zukunft, fühlte, wie das ist, was es mit mir macht und vor allem, wie es sich in mir anfühlt. Ist da Druck oder Weite? Wird es besser, wenn ich diese Möglichkeit wähle oder verschiebe ich damit nur das ursprüngliche Problem? Nämlich meine Angst  vor dem Versagen. Davor tatsächlich einmal wirklich etwas zu Ende zu bringen und nicht wie bei vielen Dingen zu gehen, sobald ich das Gefühl hatte, alles gelernt zu haben. Dann fühlte ich in den Februar hinein, die einzige Möglichkeit, die mir noch blieb: Einen Weg zu finden das scheinbar Unmögliche möglich zu machen und die Diplomarbeit zu schreiben. Am Ende dieser Innenreise war das Ergebnis klar. “Ich ziehe es durch und schreibe diese Arbeit.” Die Frage war nur, wie?

Nö, mir fällt nicht alles leicht. Eher im Gegenteil.

Zu dem Zeitpunkt war mein perfektionistischer Anteil sehr stark und ließ keinerlei Fehler zu. Er war so ausgeprägt, dass ich zu Schulzeiten bei einer 1- enttäuscht war, weil ich einen Fehlerpunkt hatte und die Arbeit somit nicht perfekt war. Das hätte ich besser machen können! So ähnlich war es hier auch, nur dass mein neu gestecktes Ziel war, das Diplom zu bestehen. Note egal. Dieses Ziel kollidierte jedoch dezent mit meinem Perfektionismus. Ich rechnete mir aus, was die schlechteste Note ist, die sie mir geben können, um trotzdem am Ende mein Diplom in der Tasche zu haben. Es war eine 3,4. Diese Zahl auf meinem Taschenrechner zu sehen brachte mich ins Schwitzen. Was, das geht doch nicht? Das ist viel zu schlecht? Was sollen denn die Leute denken, wenn sie das sehen? Eine eins vor dem Komma muss dort mindestens stehen, sonst glaubt jeder, ich bin dumm, faul und überhaupt und sowieso… Diesen und noch viel mehr Müll erzählte mir der Verstand, welcher zur Verstärkung seinen Mafioso-Onkel, Mister Perfektionismus, an seiner Seite hatte. Also vereinbarte ich einen Deal mit dem Mafioso-Onkel Perfektionismus. Dieser ermöglichte es mir, meine Schreibblockade zu überwinden und loszuschreiben. Jeder Studierende hat die Möglichkeit zu entscheiden, ob die Diplomarbeit bei Bestehen in der Universitätsbibliothek anderen Menschen zum Ausleihen zur Verfügung gestellt werden darf. Dafür brauchte es das schriftliche Einverständnis des Autors, in diesem Fall meines. Schon allein die Vorstellung, dass meine Diplomarbeit mit einer Note von drei Komma irgendwas, praktisch von jedem gelesen werden kann, bereitete mir Alpträume. Also vereinbarte ich mit Mister Perfektionismus hierfür kein Einverständnis zu geben. Somit würden nur zwei Menschen diese Arbeit jemals lesen. Diese beiden Menschen waren mein Gutachter und die Professorin, die das Zweitgutachten erstellt. Damit konnten wir (der Onkel, seines Zeichens Mafioso-Chef, und ich) leben.

Genau jener Deal war es, der mir damals die Tür fürs Schreiben öffnete. Den darauffolgenden Februar war ich extrem diszipliniert. Über etwas mehr als 28 Tage hinweg, war mein Tages- und Nachtablauf ein und derselbe. Abends, sobald die Kinder im Bett lagen, setzte ich mich mit mindestens einer Kanne Kräutertee an meinen Sekretär, öffnete den Laptop und schrieb, bis mir die Augen zu fielen. An manchen Tagen hielt ich nur bis Mitternacht oder maximal zwei Uhr durch, bis meine Augen zufielen und ich mich dann zwangsweise zum Schlafen ins Bett legte. An anderen Tagen machte ich die Nacht durch und schrieb bis etwa halb sechs morgens, also bis es an der Zeit war, das Frühstück vorbereiten und die Kinder zu wecken, um sie für den Tag fertig zu machen. Dann brachte ich sie in Kita und Grundschule, ging nach Hause, legte mich ins Bett und schlief bis es Zeit war, sie wieder abzuholen. Während des Nachmittags verbrachten wir Familienzeit und abends, nachdem sie im Bett waren, ging das Spiel von vorne los. So arbeitete ich mich Stück für Stück, Seite für Seite, Kapitel für Kapitel, durch das Inhaltsverzeichnis meiner Diplomarbeit und füllte es mit Leben in Form von Buchstaben, Silben, Wörtern und Sätzen. Zeile für Zeile. Nach etwa zwei Wochen bat ich meinen großen Bruder darum, sie Korrektur zu lesen. Das tat er glücklicherweise, denn dafür hatte ich weder Nerven noch Zeit.

Was soll ich sagen, ich schaffte es. Die Struktur, die Routine und vor allem meine bewusste Entscheidung, genau diesen Weg zu wählen, besiegelt durch meine Vereinbarung mit Mister Perfektionismus, machten das Unmögliche möglich. Schlussendlich war es die beste Note, die ich jemals innerhalb eines schulischen Rahmens bekam, was mich überraschte, da ich null damit rechnete. Dem größten Teil von mir war es auch egal. Tatsächlich habe ich meine Note über mehrere Wochen mit niemandem kommuniziert. Es gab kein Bedürfnis danach.

Was ich in den folgenden Wochen und Monaten im Jahr 2016 jedoch deutlich merkte, war, dass ich da absolut über meine Grenzen hinaus gegangen bin. Das ist der Preis, den es kostet, wenn du deine Kraft innerhalb der Traumaenergie nutzt und aus ihr heraus ziehst. Einen Tag nach der Abgabe meiner Diplomarbeit, begann ich meine neue Stelle in einem Frauennotruf. Zu Beginn mit 30 Wochenstunden. Da diese Stunden genau in die Zeit hineinpassten, in denen meine Kids in Schule und Kita betreut waren, glaubte ich, dass das kein Problem sei. Etwa einen Monat lang zog dieses krasse Pensum durch. Im April, an Ostern, waren meine Kinder zum ersten Mal seit der Trennung für etwas mehr als eine Woche bei ihrem Vater. Ich, oder besser es, dachte sich: “Cool, da kann ich richtig schön viele Überstunden ansammeln, um anschließend etwas kürzer treten zu können.”

Pustekuchen.

Also vereinbarte ich einen Deal mit dem Mafioso-Onkel Perfektionismus. Dieser ermöglichte es mir, meine Schreibblockade zu überwinden und loszuschreiben.

Das Leben hatte etwas anderes mit mir vor und ich wurde krank. Bekam eine Grippe, lag die gesamte Woche ohne Kinder allein in meinem Bett und hatte keine Kraft mehr. Mein einziger Bewegungsradius war der zwischen meinem Bett, dem Bad und manchmal bis in die Küche, um mir etwas zu essen zu machen. Mehr ging nicht. Ich war fertig und mein Körper zwang mich zur Ruhe. In dieser Woche nahm ich mir zum ersten Mal Zeit, mir wirklich Gedanken darüber zu machen, wie ich mein Leben gestalten möchte. Was ich meinen Kindern mitgeben will und wo meine Prioritäten liegen. In dieser Woche wurde mir meine Verantwortung für meine Kinder mehr als bewusst sowie, dass dazu auch gehört darauf zu achten, gesund zu bleiben. Denn so, wie es mir in dieser Woche ging, war ich nicht dazu in der Lage, die Beiden zu versorgen und das durfte nicht passieren. Insgesamt war ich fast vier Wochen lang krank geschrieben. Als ich anschließend wieder arbeiten ging, beantragte ich sofort eine Reduzierung meiner Wochenarbeitszeit um fünf Stunden nach unten, was ich genehmigt bekam. So arbeitete ich ab Mai 2016 nur noch mit 25 Stunden pro Woche dort. Diese fünf Stunden schenkten mir Raum für mich und einem sanften Übergang von Arbeit zum Alltag mit den Kids. Das war der Anfang vom Ende meines Angestelltendaseins. Weitere zwei Jahre sollte es dauern, bis ich den Sprung in die volle Selbstständigkeit wagte. Es war eine krasse Zeit und ich weiß, dass viele im Außen meine Entscheidungen nicht verstanden. Sie dachten, dass ich verantwortungslos handelt und all sowas. Doch ich sage dir eines, diese Schritte zu gehen, waren das Verantwortungsvollste und Ernsthafteste, was ich je in meinem Leben getan habe. Einfach, weil ich es für mich und aus mir selbst heraus tat. Ja, da war viel Druck dabei. Jedoch war das alles Druck, den ich mir selbst machte oder besser gesagt, der einfach normaler Teil meines Systems und ein Resultat der Traumata war. Mit meinen Entscheidungen bewegte ich mich immer mehr aus dem Traumafeld und damit aus der Traumaenergie heraus. Logisch, dass der ganze Druck sicht- und spürbar wird.

Schon immer schrieb ich gern. Im Alter von 14 machte ich mein zweiwöchiges Schulpraktikum in einer Zeitungsredaktion und lernte dort das Schreiben. Es fällt mir leicht und wenn es fließt, dann fließt es. Dieses Ding mit dem Fließen war jedoch in den letzten fünf Jahren, seit meinem Diplomarbeits-Deal, etwas, das ich nicht steuern und beeinflussen konnte. Meine Texte flossen, wann sie wollten. Dabei war es ihnen egal, ob das mitten am Tag, während des Kochens oder Spielens oder bei sonst irgendwas war, oder mitten in der Nacht, wenn ich schlafen wollte. Floss ein Text heraus, wurde ich wach und da war dieser Zwang in mir, es einfach fließen und aus mir heraus schreiben zu lassen. Ich hatte stets ein Notizbuch sowie einen Stift an meinem Bett und bei Schummerlicht liess ich die Worte und Symbole aus mir herausschreiben, um anschließend völlig erschöpft noch eine Stunde weiterzuschlafen, bevor der Wecker klingelte.

Häufig las ich, dass ich denen da oben sagen kann, sie können mir Infos für die Texte senden, wenn ich das will. Es sei eine Frage der Kommunikation. Doch das funktionierte bei mir nicht. Was ich weiß, ist, dass es in regelmäßigen Abständen gewisse Stretches braucht, damit eine neue Energie sich manifestieren kann und eine Entwicklung jenseits gewohnter Muster möglich ist. In Bezug auf mein Business ist das in diesem Jahr vor allem die Ordnung und Struktur, begleitet mit der Frage, wie ich diese dort hineinbringen kann. Seit letztem Sommer unterstützt mich eine virtuelle Assistentin, die für mich ein einheitliches Grafiklayout erstellte und dafür sorgt, dass meine Texte regelmäßig in den verschiedenen Kanälen gepostet und veröffentlicht werden. Einzig meinen Newsletter und den Blog mache ich noch selbst. Alles andere habe ich an sie abgegeben. Ein Punkt, der bereits seit etwa drei Jahren auf meiner Wunschliste stand. Das regelmäßige Posten machte mir mehr Stress, als mich zu entspannen, weil da wieder dieser Druck des auf Kommando abliefern zu müssen hochkam. Tatsächlich war es jedoch so, dass sie die ersten beiden Monate ausschließlich alten Content, der irgendwo brachlag, so aufbereitete, dass dieser Social Media kompatibel sichtbar wurde und somit mir und vor allem dir dient.

Irgendwann spürte ich, dass es für mich an der Zeit ist, mich erneut zu stretchen. Die für mich spürbare Weiterentwicklung kann  auch in die Realität einkehren. Ich fragte mich, was mich dabei unterstützen könntet die Antwort war klar: Mit einer Schreibroutine. Einen festen Raum, in dem ich schreibe und dadurch ermögliche, selbst zu bestimmen, wann ich schreibe und nicht davon abhängig zu sein, wann die Kreativität das will. Gleichzeitig war da in mir die Angst vor dem bösen Monster und, davor, wie damals im Februar 2016, über meine Grenzen zu gehen. Trotz meiner Angst erzählte ich einer Freundin davon, dass ich gerne eine Schreibroutine finden möchte, damit sich mein Kindheitstraum vom Geld verdienen durch Schreiben, realisieren kann. Zufälligerweise ging es ihr in dem Punkt gleich, also vereinbarten wir, das gemeinsam anzugehen. Jede für sich und doch zusammen. An besagtem Wochenende war sie bei mir zu Besuch und wir begannen direkt am Montagmorgen an meinem Küchentisch mit der neuen Schreibroutine. Da war kein Druck, keine Angst, keine Verpflichtung. Sondern Spaß, Freude und das schöne Gefühl, Zeit sinnstiftend genutzt zu haben. Von diesem Tag an setzte ich mich unter der Woche jeden Tag morgens mit meinem Laptop an den Küchentisch und schrieb. Nur Freitags machte es mir Stress, aber nicht wegen dem Schreiben, sondern weil ich in der Regel einen freien Freitag haben will und ihn seit kurzer Zeit auch wieder habe. Also spürte ich da in mich rein, tauschte mich aus und passte mein Commitment an. Nun schreibe ich von Montag bis Donnerstag jeweils morgens, sobald die Kinder aus dem Haus sind. An den anderen drei Tagen suche ich mir einen davon zum Schreiben aus. So habe ich Struktur sowie Routine UND die nötige Flexibilität, die ich brauche, um mich nicht wie ein im Käfig eingesperrter Tiger zu fühlen.

Das Ganze läuft jetzt seit eineinhalb Wochen so. Jeden Morgen stiefelte ich hochmotiviert in die Küche,  um zu schreiben und frühstücken. Jeden Morgen floss es und ich wusste bereits vorher, was dran ist. Jeden Morgen, bis auf heute. Heute fühlte ich mich verkatert, obwohl ich vollkommen nüchtern bin, bin müde und demotiviert. Ich wollte zurück in mein Bett, schlafen und mich dem Jammertal hingeben. Gelandet bin ich schlussendlich doch in der Küche vor meinem Laptop. Das Ergebnis hast du soeben gelesen. Der Grund meines heutigen Widerstandes wurde mir, dank meiner Freundin und ihrer Fragen, ebenfalls klar. Doch das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht irgendwann einmal aufschreibe. Für heute habe ich noch eine Verabredung mit mir und denen da oben. In einem Riesenrad. Gott sei Dank ist es eine Verabredung in meine Innenwelten. Denn als Mensch sind mir Riesenräder nicht wirklich geheuer. Ich habe da nämlich ein paar Fragen an sie. Solche, die bereits seit langem in mir sind und für die es heute an der Zeit ist, sie noch einmal zu stellen. Vor ihrer Antwort habe ich Angst, denn es fühlt sich sehr stark danach an, dass sie mich noch tiefer dort ankommen lässt, wo ich schon immer hinwollte: In mir und bei mir, mit meiner Familie an einem Ort, der nicht nur zuhause heißt, sondern auch zuhause ist.

So, nun kennst du doch den Grund meines heutigen Widerstandes. Damit belasse ich es für heute. Ich danke dir fürs Lesen und mitfiebern, mitfühlen und dich berühren lassen.

In Liebe,
Deine Jessica 💗

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Jessica Josiger

Ich bin
Eine Frau.
Tochter, Mutter, Freundin.
Eine Liebende, Partnerin, Geliebte.
Licht der neuen Zeit. Geboren aus dem Alten.
Eine von Zweien.
Teil des All-EINen. EIN-SAMen, der zum Licht strebt.
Seelenbegleiterin. Spirituelle Nomadin. Ewige Seele, die vor zeitloser Zeit beschlossen hat, sich in ihrer vollkommenen Schönheit und Ganzheit zu erfahren.
Und, ich bin ein Mensch. Der hinfällt und wieder aufsteht. Der neu laufen lernt. Frei, verantwortungsvoll, mein mir bestimmtes Leben lebend. Der lernt neu zu fühlen. Sich neu zu fühlen. Seine Gaben, Wünsche, Werte.

Mein Name ist Jessica Josiger. Nach menschlichen Etiketten bin ich Diplom Pädagogin, Traumafachberaterin, Schamanin, zertifizierte Onlineberaterin und Offizier. Spirituelle Nomadin ist meine eingetragene Marke. Gebürtig stamme ich aus dem Erzgebirge und lebe mit meinen beiden Kindern in Flensburg. Mir wird nachgesagt, dass ich mit meinen Worten Fragen beantworte. Ich liebe meinen Beruf und bin dankbar ihn in der Weise ausüben zu dürfen.

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